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Natürlich haben auch wir schon mit schwierigen Hunden zu tun
gehabt. Da wir zur Zeit die einzigen Züchter in Deutschland
sind, bekommen wir gelegentlich hilfesuchende Anrufe, auf die wir
auch gerne eingehen. Es waren oft Hunde, die spontan aus dem Urlaub
von dubiosen Züchtern mitgebracht wurden, die in Wohnungen
ohne Garten gehalten wurden, mit denen man Erziehung zur Unterordnung
übertrieben hatte oder die man als Junghunde durch zuviel Umgebungswechsel
überfordert hatte. Auch eine Hündin, die zeitweise an
der Kette gehalten wurde, war dabei. In der Mehrzahl reagierten
diese Hunde mit Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit bei zuviel
Einwirkung und Überforderung in der Jugend.
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Argante am Strand |
Aggressiv (fast nie gegen die eigenen Besitzer) waren vor allem Hunde,
die nur in Wohnungen gehalten wurden oder an der Kette. Sie hatten
ein übersteigertes Territorialverhalten. Bei einigen lag die
Ursache von Bissigkeit gegen Fremde offensichtlich darin, dass sie
als Welpen überall mitgeschleppt wurden und nicht davor geschützt
wurden, dass jeder diese niedlichen, weißen Wuschelhunde sofort
betatschte. Man braucht sich nur einmal bewusst anzusehen, wie behutsam
sich Hunde untereinander annähern und begrüßen, welche
Prozedur sich jedes Mal abspielt, dann wird man sofort begreifen,
dass dieses Betatschen, und eigentlich gutgemeintes Streicheln für
alle Hunde eine Verletzung der Intimsphäre darstellt.
Es ist für den Maremmanen eine ähnliche Unverschämtheit,
wenn er einfach so getätschelt wird, als wenn Männer es
sich in der Kneipe herausnehmen, der Kellnerin auf den Hintern zu
klatschen. Für keinen Hund ist das angenehm, aber Maremmanen
reagieren als besonders sozial empfindsame und prägsame Rasse
sehr empfindlich darauf und sie sollten davor bewahrt werden. Welpen
können sie sich gegen solch unerwünschte Annäherungen
nicht wehren, später versuchen sie dann solche „Überfälle“
von vorneherein mit Drohgebärden zu verhindern. Und sie machen
den Eindruck, als wären sie zickig oder handscheu.
Darüber hinaus gibt es „Züchter“, die mit
Hunden züchten, die nur im Zwinger sitzen, von denen keiner
beurteilen kann, wie sie im Wesen sind und Leute, die unbedingt
einmal ihre, im Italienurlaub aufgelesene Hündin belegen wollen,
ohne Rücksicht, ob sie in Wesen und Anatomie den Anforderungen
einer Zuchthündin entspricht. Häufig sind diese Hündinnen
auch Kreuzungen. Als Ergebnis haben wir den einen oder anderen Problemhund
erlebt.
Bei allen Hunden konnte man aber sagen, dass sich die Besitzer vorher
kaum mit der Rasse befasst hatten und keine Vorstellung davon hatten,
was ein Hirtenhund ist und wie er zu halten ist. Wir haben
auch schon schwierige, meist ängstliche Hunde aus der Vermittlung
von Tierheimen aus Italien gesehen. Einige haben sich dann noch
ganz ordentlich entwickelt, vor allem durch viel Zuneigung und Freiheit.
Da viele Besitzer nie andere Maremmanen erlebt haben, wird häufig
ihr Bild von der Rasse durch diesen einen Hund geprägt. Wenn
sie ihn dann noch erziehen wollten, wie sie es in irgendeinem Hundebuch
gelesen haben, ergibt das ein völlig falsches Bild von der
Rasse. Wir haben schon angeblich komplizierte Hunde bei uns aufgenommen,
die heute unter anderen Bedingungen, bei anderen Besitzern, tolle
Hunde sind. Es gibt nach unserer Erfahrung, trotz schlimmer Biographien
einiger Maremmanen, weniger schwierige Hunde als bei anderen großen
Rassen.
Ca. 50% der Maremmanen, die man uns präsentierte, waren einfach
nur weiß und hatten vielleicht irgendwann einmal einen Maremmanen
unter den Vorfahren. Die weiße Farbe vererbt sich sehr dominant
und Mischlingsnachkommen sind vom Laien, dem oft nur einige Fotos
zur Beurteilung zur Verfügung stehen, leicht zu verwechseln.
Gerade bei Kreuzungen,
z. B. von Schäferhunden und Hirtenhunden können
brisante Mischungen entstehen!
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