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Aus den oben geschilderten Eigenarten dieser Rasse ergibt sich
seine Eignung auch als Familienhund. Erste Voraussetzung ist, er
braucht einen großen Garten und ein Haus (schön wären
auch einige andere Haustiere) zum Bewachen. Wenn er früh in
die Familie kommt und dort sozialisiert oder vom Züchter gut
darauf vorbereitet ist, wird er sich problemlos in die Familie einordnen
und sich allen unterordnen, auch den Kindern (Fratello in Latte!)
Er ist selbständig, also wird man von ihm keine Unterwürfigkeit
oder Kadavergehorsam erwarten. Aber durch das Zusammenleben mit
der Familie lernt er sehr schnell, was von ihm verlangt wird. Er
lernt dabei nicht so sehr über aktive Übungen, sondern
er lernt scheinbar durch Beobachtung, man könnte fast sagen,
durch Selbsterziehung.
Hinzu kommt die Tabuisierung unerwünschten Verhaltens. In
der Regel reicht ein energisches Verbot. Schläge o.ä.
sind überflüssig, sogar schädlich. Er wird schnell
begreifen, was er verbellen soll und was nicht. Viele seiner Eigenschaften
machen ihn zum angenehmen Gefährten: er ist ein mäßiger
Fresser, also wird er nicht betteln oder sich von einem Eindringling
bestechen lassen, er ordnet sich in die Familie ein, also neigt
er auch nicht dazu, Familienangehörige zu beißen, er
ist absolut freundlich mit ihm bekannten Hunden, auch mit Rüden,
wenn Sie es wünschen. Er macht kein großes „Theater“
wenn läufige Hündinnen in der Nähe sind.
Sie lernen exakt zu unterscheiden, was sie melden sollen und was
nicht. Unsere Hunde, die auf dem Lande leben, bewachen die ganze
Umgebung. Die Hunde, die in der Stadt leben, unterscheiden sehr
genau, wo ihre Grenze endet und was sie melden sollen. Wenn man
einmal einen Besucher den Hunden vorgestellt hat, muß man
keine Angst mehr haben, daß die Hunde ihn im Laufe des Besuches
angehen, nur weil er eine falsche Bewegung macht. Seine Aggressionen
setzt der Maremmane außerhalb der Familie ein, er ist aber
dabei gut kalkulierbar.
Sein dichtes Fell ist trotz der weißen Farbe sehr pflegeleicht,
wie selbstreinigend. Selbst ein nasser Maremmane riecht nicht. Er
ist Sommer und Winter gerne draußen und läßt sich
sogar zuschneien. Trotzdem ist sein Fell nach kurzer Zeit trocken
und sauber. Er ist gerne in ihrer Nähe, aber er leidet nicht,
wenn sie einmal weg sind. Er hält den Kontakt zur Familie,
ohne ständig vor den Füßen herum zu laufen.

Cassio, Familie Ziegler, Zürich
Was der Maremmane von seinem Besitzer verlangt, ist
anfangs mehr Geduld als andere Rassen benötigen. Er wird nie
sofort stürmisch auf Sie zu gehen. Er beobachtet jede neue
Situation erst einmal genau, wenn Sie ihm jetzt unnötigen Druck
machen, wird er sich verweigern, sogar ängstlich reagieren.
Er wird oft nicht auf das erste Kommando hören, sondern erst
erledigen, was er gerade angefangen hat. Natürlich geht er
auch gerne spazieren, er wird dabei um sie herumstreunen, wie um
eine Herde Schafe und wird sie auch unterwegs beschützen wollen,
aber er wird schnell lernen, wenn Sie dies nicht wollen. Wenn wir
mit unserem Rudel freilaufender Maremmanen, manchmal 7 Hunde, durchs
Moor spazieren, kann jeder Jogger ohne Belästigung an uns vorbei.
Am liebsten liegt er bei Wind und Wetter im Freien,
beobachtet ihr Anwesen und macht seine regelmäßigen Kontrollgänge.
Sie können ihn aber auch mit Ihren anderen Tieren, z. B. Pferden
im Stall und auf der Weide leben lassen, kein Unbefugter wird es
wagen, dort einzudringen. Er begreift schon nach kurzer Zeit, wer
bei Ihnen ein- und ausgeht, z. B. Spielgefährten Ihrer Kinder
oder Freunde und er wird sie freundlich begrüßen. Es
widerspricht dem Charakter des Maremmanen im Zwinger zu leben. Das
Grundstück, wenn es sich nicht auf dem freien Land befindet,
sollte eingezäunt sein.
Wenn man sich die Mühe macht, die Rasse zu begreifen und seinem
Hund neben den richtigen Lebensbedingungen soviel wie möglich
freie Entfaltung bietet, wird er es durch unkompliziertes, angenehmes
Zusammenleben danken.
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